Ein Laden, später viele Spieße: Döner Pro startet mit Erbsenprotein in Kreuzberg
Am 4. September öffnet der erste Laden. Für den Döneratlas ist der geplante Vertrieb in bestehende Imbisse der wichtigere Teil.

Am 4. September 2026 eröffnet in der Oranienstraße 190 in Berlin-Kreuzberg der erste Laden von Döner Pro. Das Team beschreibt sein Produkt als pflanzenbasierten Kebab aus Erbsenprotein, der vom Spieß geschnitten wird. Der redaktionell spannendste Satz steht jedoch weiter unten auf der eigenen Website: Später sollen die Spieße auch in anderen Dönerläden in Deutschland angeboten werden.1
Damit ist Döner Pro mehr als eine weitere Neueröffnung mit bekanntem Namen. Das Konzept testet, ob eine pflanzliche Alternative nicht nur als eigener Spezialladen funktioniert, sondern als zusätzliches Angebot in bereits bestehenden Imbissen. Für den Döneratlas wäre das ein wichtiger Unterschied: Neue Auswahl kann auf der Karte entstehen, ohne dass ein neuer Kartenpunkt hinzukommt.
Zum Stand der Döneratlas-Auswertung vom 29. Juli waren in Berlin 285 Dönerläden erfasst. Das ist eine dynamische Momentaufnahme mit Abdeckungslücken, kein vollständiges amtliches Register – und macht Döner Pro deshalb ausdrücklich nicht automatisch zum „286. Laden“.2 Die Zahl zeigt aber, wie groß das Umfeld ist, in dem ein neuer pflanzlicher Spieß sichtbar werden muss.
Der Laden ist Schaufenster, der Spieß das eigentliche Produkt
Döner Pro nennt die Kreuzberger Adresse seinen ersten Laden. Annika und Frederick Lau gehören laut Unternehmensseite zum Team; Teile des übrigen Teams produzieren und verkaufen nach eigener Angabe seit mehr als 20 Jahren Döner. Beides sind Selbstauskünfte, keine unabhängige Qualitätsbewertung.1
t-online berichtete am 18. August über einen Eröffnungspreis von 2,50 Euro und ein Promovideo mit Massiv, Kool Savas und Ali Bumaye.3 Dieser Preis gilt laut Bericht nur am Eröffnungstag. Ein Eröffnungspreis darf Schlange machen; als regulärer Kartenpreis taugt er nicht. Einen dauerhaften Verkaufspreis nennen die aktuell geprüften Quellen noch nicht.
Wichtiger ist die angekündigte zweite Stufe: Spieße sollen später in weiteren Dönerläden angeboten werden. Namen von Partnerbetrieben, Orte und ein Zeitplan sind bislang nicht veröffentlicht. Bestätigt ist also die Absicht, nicht die bundesweite Verfügbarkeit.
Was Erbsenprotein sagt – und was nicht
Die Unternehmensseite nennt Erbsenprotein als Basis. Laut t-online will Lau geschmacklich an einen klassischen Berliner Spießdöner heran und sich bewusst von Seitan absetzen.3 Eine vollständige Zutatenliste, Nährwerte und Allergenangaben waren auf der geprüften Produktseite am 29. August nicht zu finden. Aus dem Wort Erbsenprotein allein lässt sich deshalb weder ein Gesundheitsvorteil noch ein Geschmackssieg ableiten.
Der Markt ist groß genug für ernsthafte Versuche: Nach einer Analyse des Good Food Institute Europe wuchs der deutsche Einzelhandelsumsatz mit pflanzlichen Alternativprodukten 2025 um 3,1 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro. 31 Prozent der Haushalte kauften im selben Jahr mindestens einmal pflanzliches Fleisch.4 Diese Zahlen betreffen den Lebensmitteleinzelhandel, nicht den Dönerverkauf. Sie belegen Interesse an der Kategorie, aber noch keinen Erfolg am Kreuzberger Tresen.

Die eigentliche Kartenfrage
Der Döneratlas hat zuletzt an Beispielen von Fulda bis Worms gezeigt, dass veganer Döner auch außerhalb großer Metropolen existiert, auf Karten und Speisekarten aber oft schwer eindeutig zu erkennen ist. Häufig fehlen Angaben zu Füllung, Brot und Soßen.5
Döner Pro verschärft diese Frage auf interessante Weise. Wenn derselbe Spieß künftig in normalen Dönerläden auftaucht, reicht die grobe Einteilung „veganer Laden“ oder „nicht vegan“ nicht mehr. Entscheidend werden Angaben direkt am Angebot:
- Welche Proteinbasis wird verwendet?
- Wird tatsächlich vom vertikalen Spieß geschnitten oder in der Pfanne zubereitet?
- Sind Brot und Soßen ebenfalls vegan ausgewiesen?
- Wie hoch ist der reguläre Tresenpreis, und von wann stammt die Meldung?
Das klingt nach Datenpflege, ist aber im Alltag die kürzeste Strecke zwischen „Ich hätte gern etwas Pflanzliches“ und einer verlässlichen Bestellung. Ein grünes Symbol allein beantwortet schließlich noch keine Soßenfrage.

Was zum Start feststeht
Bestätigt sind der erste Standort in der Oranienstraße 190, der angekündigte Start am 4. September, Erbsenprotein als Basis und der Plan, die Spieße später weiteren Läden anzubieten.1 Offen bleiben der reguläre Preis, die vollständige Rezeptur, konkrete Vertriebspartner und der Zeitplan für weitere Standorte oder Theken.
Genau daran lässt sich das Konzept nach dem Start messen: nicht nur an der Eröffnungsschlange, sondern daran, ob Gäste wiederkommen und ob aus dem angekündigten Netzwerk tatsächlich überprüfbare Angebote entstehen. Berlin liefert dafür ein großes Versuchsfeld. Der Döneratlas sollte dabei nicht nur neue Läden zählen, sondern neue Optionen innerhalb bekannter Läden sichtbar machen.
Entdeckst du Döner Pro nach dem 4. September oder einen anderen pflanzlichen Spieß in deinem Stammladen? Melde den regulären Tresenpreis und ergänze, woraus der Spieß besteht und wie er zubereitet wird. So zeigt die Karte nicht nur, wo sich ein Spieß dreht, sondern auch, was sich darauf dreht.
Quellen
Döner Pro – Originaler Döner Kebab-Genuss mit Erbsenprotein
PRIMARY · 29.08.2026
Unternehmensseite vollständig geprüft: erster Laden ab 4. September 2026, Oranienstraße 190, Erbsenprotein, Teamangaben und angekündigter späterer Vertrieb an weitere Dönerläden.
Berlin jenseits der Schlange: 285 Dönerläden, viele Kieze
INTERNAL DATA · 29.08.2026
Döneratlas-Magazinbestand geprüft: Beitrag vom 29.07.2026 mit 285 erfassten Berliner Läden; als dynamischer Datenstand mit Abdeckungslücken verwendet, nicht als amtliches Register.
Lau bringt veganen Döner auf die Oranienstraße
SECONDARY · 29.08.2026
Vollständigen Artikel geprüft: Eröffnung am 4. September, Adresse, Erbsenprotein, einmaliger Eröffnungspreis von 2,50 Euro und Beteiligte des Promovideos.
Wie hat sich der deutsche Plant-Based Markt 2025 entwickelt?
STATISTIC · 29.08.2026
Einseitige GFI-Europe-Infografik vollständig geprüft. Grundlage laut Quelle: Circana-Einzelhandelsdaten und NIQ-Homescan-Haushaltspanel; Zahlen ausdrücklich nur als Einzelhandelskontext verwendet.
Von Fulda bis Worms: Veganer Döner ist da, aber schwer zu finden
INTERNAL DATA · 29.08.2026
Döneratlas-Magazinbestand geprüft: Beitrag vom 06.08.2026 zur Sichtbarkeitslücke bei veganen Angeboten, insbesondere zu Füllung, Brot und Soßen.